Quick Answer: Der Prusa Mini+ ist mit 180 × 180 × 180 mm Bauraum der kompakteste Drucker in Prusas eigenem Programm — und genau derselbe Bauraum wie beim Bambu Lab A1 mini. Laut Prusa Research kostet der Bausatz (Stand Oktober 2026) ab rund 459 € inkl. MwSt., die halbmontierte Version ab rund 489 €. Der entscheidende Unterschied zum A1 mini liegt nicht im Bauraum, sondern im Tempo: Der Mini+ nutzt einen Bowden-Extruder statt Direct-Drive und erreicht in der Praxis laut unabhängigen Tests nur rund 80-120 mm/s, während der A1 mini bis zu 500 mm/s angibt.
Zuletzt aktualisiert am 05.10.2026: Eine erneute Preisprüfung bei Prusa Research zeigt eine echte Preisdrift beim Bausatz — er kostet inzwischen rund 459 € statt der zuvor hier genannten 379 €, während die halbmontierte Version mit rund 489 € stabil geblieben ist. Der Preisabstand zwischen beiden Varianten ist dadurch von rund 110 € auf nur noch etwa 30 € geschrumpft, was die Selbstbau-Ersparnis deutlich kleiner macht als zuvor.
Prusa Mini+ im Überblick
| Merkmal | Prusa Mini+ |
|---|---|
| Bauraum | 180 × 180 × 180 mm |
| Extruder | Bowden-System, 3:1-Übersetzung |
| Max. Düsentemperatur | 280 °C |
| Max. Betttemperatur | 100 °C |
| Praktische Geschwindigkeit | ca. 80-120 mm/s (Input Shaping) |
| Nivellierung | Automatisch (SuperPINDA-Sensor) |
| Preis Bausatz | ab ca. 459 € |
| Preis halbmontiert | ab ca. 489 € |
Der Mini+ ist seit 2021 die einzige Version, die Prusa Research noch verkauft — die ursprüngliche “Prusa Mini” ohne Plus-Zeichen wurde damals bereits durch dieses überarbeitete Modell ersetzt. Wer heute nach “Prusa Mini” sucht, landet also automatisch beim Mini+, genau wie bei “Prusa MK4” automatisch der MK4S verkauft wird.
Gleicher Bauraum wie der A1 mini, aber Bowden statt Direct-Drive
Prusa Original Mini+
- 180 × 180 × 180 mm Bauraum — identisch zum Bambu Lab A1 mini, dem einzigen anderen Drucker auf dieser Seite mit echtem Mini-Bauraum statt nur kompaktem Gehäuse.
- Bowden-Extruder mit 3:1-Übersetzung hält den Druckkopf leicht, verursacht aber eine spürbare Verzögerung zwischen Extrudersteuerung und Filamentfluss.
- Laut unabhängigen 2026er-Tests praktikable 80-120 mm/s mit aktiviertem Input Shaping — das Motion-System selbst ist auf rund 200 mm/s ausgelegt, wird aber wegen des Bowden-Systems selten voll ausgenutzt.
- Automatische Nivellierung per SuperPINDA-Sensor, 2,8"-Farbdisplay mit G-Code-Vorschau, optionales WLAN-Modul.
Das ist der eigentliche Honesty-Check bei diesem Modell: In unserem Ratgeber 3D-Drucker Mini hatten wir bislang festgestellt, dass nur der Bambu Lab A1 mini unter den empfehlenswerten Markendruckern einen tatsächlich verkleinerten Bauraum bietet. Der Prusa Mini+ zeigt, dass das nicht mehr ganz stimmt — er hat exakt denselben 180-mm-Bauraum. Der Unterschied liegt woanders: Während der A1 mini trotz kleinerem Gehäuse auf volles Tempo ausgelegt ist, nutzt der Mini+ einen klassischen Bowden-Extruder, bei dem der Schrittmotor entfernt vom Druckkopf auf dem Rahmen sitzt und das Filament über einen PTFE-Schlauch zur Düse führt. Das hält den Druckkopf leicht — kostet aber Präzision bei schnellen Richtungswechseln und macht flexible Filamente wie TPU laut mehreren unabhängigen 2026er-Reviews deutlich anspruchsvoller zu drucken als bei Direct-Drive-Systemen wie dem Nextruder im MK4S oder CORE One. Warum moderne Direct-Drive-Drucker wie der A1 mini trotz des zusätzlichen Motorgewichts am Kopf dennoch schneller sind als klassische Bowden-Systeme wie dieses hier, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Direct Drive gegen Bowden.
Bausatz oder halbmontiert?
Der Bausatz ist mit rund 459 € weiterhin die günstigste Möglichkeit, überhaupt einen Prusa zu besitzen — rund 380 € unter dem Einstiegspreis des MK4S. Wer sich den Selbstbau ersparen will, zahlt für die halbmontierte Version inzwischen nur noch einen Aufpreis von etwa 30 € (zuvor rund 110 €) und bekommt dafür zusätzlich kostenlosen Zugang zu Prusas Online-Kurs für 3D-Druck-Einsteiger — bei diesem geschrumpften Abstand lohnt sich der Selbstbau nur noch für alle, die ihn ausdrücklich als Lernerfahrung wollen. Beide Varianten teilen sich dieselbe Elektronik, Firmware und den offenen Ersatzteil-Support, für den Prusa auf dieser Seite bereits beim MK4S und CORE One bekannt ist.
Für wen lohnt sich der Prusa Mini+?
- Kleinste Stellfläche zum kleinsten Prusa-Preis: Ja — mit rund 459 € und 180 mm Bauraum ist er der günstigste und kompakteste Einstieg in Prusas offenes Ökosystem.
- Maximales Tempo bei kleinem Bauraum: Eher nicht — der Bambu Lab A1 mini hat identischen Bauraum, aber deutlich höheres Datenblatt-Tempo dank Direct-Drive.
- Flexible Filamente wie TPU: Eher nicht — der Bowden-Extruder macht das laut unabhängigen Tests möglich, aber deutlich anspruchsvoller als bei Direct-Drive-Systemen.
- Bestehende Prusa-Nutzer, die ein Zweitgerät für kleine Teile suchen: Ja — gleiche Firmware-Philosophie und PrusaSlicer-Kompatibilität wie MK4S und CORE One.
Fazit
Der Prusa Mini+ widerlegt die bisherige Annahme, dass nur der Bambu Lab A1 mini einen echten 180-mm-Bauraum bietet — beide Drucker teilen sich exakt diese Maße. Der Unterschied liegt im Tempo: Während der A1 mini auf Geschwindigkeit ausgelegt ist, bleibt der Mini+ mit seinem Bowden-Extruder bei praktikablen 80-120 mm/s, priorisiert dafür aber Prusas gewohnte Zuverlässigkeit und offenen Ersatzteil-Support zum mit Abstand günstigsten Preis im Prusa-Programm (ab rund 459 €). Wer Tempo will, greift zum Bambu Lab A1 mini; wer im offenen Prusa-Ökosystem bleiben will, aber wenig Platz hat, bekommt hier den günstigsten Einstieg. Schau vor dem Kauf auch in unsere aktuellen 3D-Drucker-Angebote.