Zuletzt aktualisiert: 11. September 2026
Quick Answer: Der Elegoo Neptune 4 ist ab rund 179 € einer der günstigsten 3D-Drucker mit werkseitig vorinstalliertem Klipper-Firmware, die laut Hersteller Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 500 mm/s ermöglicht — gegenüber rund 60 mm/s bei älteren Nicht-Klipper-Geräten der Vorgängerklasse. In der Praxis liegt laut unabhängigen Tests (3DTechValley) der sinnvolle Geschwindigkeits-Sweet-Spot aber eher bei 150-250 mm/s, weil die reine Kunststoff-Rollenführung des Basismodells bei Vollgas anfängt zu vibrieren. Wer stabiler bei hohem Tempo drucken will, greift zur Neptune 4 Pro (ab ca. 209 €) mit Metallführungsschienen — der Bauraum bleibt bei beiden bei 225 × 225 × 265 mm.
Elegoo Neptune 4 — die ganze Modellreihe im Überblick
| Modell | Bauraum | Besonderheit | Preis |
|---|---|---|---|
| Elegoo Neptune 4 | 225 × 225 × 265 mm | Kunststoff-Führungsrollen | ab ~179 € |
| Elegoo Neptune 4 Pro | 225 × 225 × 265 mm | Metallschienen, geteilte Heizzone | ab ~209 € |
| Elegoo Neptune 4 Plus | 320 × 320 × 385 mm | Deutlich mehr Bauraum | ab ~250-266 € |
| Elegoo Neptune 4 Max | 420 × 420 × 480 mm | XXL-Bauraum für große Teile | ab ~330-336 € |
Alle vier Modelle teilen sich laut Geizhals-Datenblatt dieselbe Grundausstattung: austauschbare 0,4-mm-Düse (bis 300 °C), Direct-Drive-Extruder, automatische Bettnivellierung und ein Vollmetallrahmen. Der Hauptunterschied liegt in Bauraum und Preis — technisch ist der kompakte Neptune 4 keineswegs die “abgespeckte” Version der größeren Geschwister.
Ersteinrichtung im Test
Elegoo Neptune 4
- Vorinstalliertes Klipper mit Input-Shaping ab Werk — kein manuelles Flashen nötig.
- Automatische 121-Punkt-Bettnivellierung.
- Direct-Drive-Extruder verarbeitet auch flexible Filamente wie TPU sauber.
- Kunststoff-Führungsrollen statt Metallschienen — bei sehr hohem Tempo etwas mehr Vibration.
Die Ersteinrichtung dauert im Test rund 20 Minuten: Rahmen verschrauben, Kabel einstecken, automatische Nivellierung starten. Anders als bei Bambu Lab läuft die Steuerung nicht über eine App, sondern über das an Klipper angelehnte Webinterface (Fluidd/Mainsail) — wer sich damit noch nie beschäftigt hat, braucht etwas Einarbeitungszeit. Einen sanfteren Einstieg ohne Klipper-Overhead beschreibt unser Ratgeber für Anfänger.
Neptune 4 gegen Neptune 4 Pro: Lohnt sich der Aufpreis?
Auf dem Datenblatt sind Neptune 4 und Neptune 4 Pro fast identisch: gleicher Bauraum, gleicher Extruder, gleiche theoretische Klipper-Höchstgeschwindigkeit von 500 mm/s. Der Unterschied steckt im Detail — die Pro-Version ersetzt die Kunststoff-Führungsrollen durch Metallschienen und teilt das Heizbett in zwei unabhängig geregelte Zonen (0-110 °C statt 0-100 °C). In der Praxis heißt das: Bei niedrigem bis mittlerem Tempo (150-250 mm/s) unterscheiden sich beide Geräte kaum in der Druckqualität. Erst wer regelmäßig nahe der 500-mm/s-Marke druckt, profitiert spürbar von der ruhigeren Führung der Pro-Version und dem geringeren Ringing an Kanten. Für rund 30 € Aufpreis ist das eine günstige Versicherung, falls du später wirklich auf Höchsttempo gehen willst — ein bekanntes Muster, das wir auch bei Creality K1 gegen K1C sehen: gleiche Kernspezifikation auf dem Papier, aber unterschiedliche Praxistauglichkeit bei den Extremwerten. Fast identisch ist auch das Muster beim Flashforge Adventurer 5M: Dort ist der Unterschied zur Pro-Version sogar noch simpler — beide Geräte teilen sich exakt dasselbe 600-mm/s-Datenblatt, die Pro-Version kauft ausschließlich ein Gehäuse mit Filterung, kein zusätzliches Tempo. Dieselbe Papier-Wert-gegen-Praxis-Lücke gibt es auch beim Sovol SV07: 500 mm/s Datenblatt-Höchsttempo, praktisch eher rund 250 mm/s bei stabiler Qualität.
Update September 2026: Laut Geizhals-Preisvergleich sind alle vier Preise der Modellreihe unverändert stabil geblieben (Neptune 4 ab rund 179 €, Pro ab rund 209 €, Plus ab rund 266 €, Max ab rund 330-336 €) — keine Preisdrift seit dem letzten Check im August.
Für wen lohnt sich der Elegoo Neptune 4?
- Budget-Einsteiger, die mit Klipper experimentieren wollen: Ja — für unter 200 € bekommst du sonst kein Gerät mit werkseitigem Klipper.
- Maximale Plug-and-Play-Einfachheit ohne Einarbeitung: Eher nein — dafür ist der Bambu Lab A1 mini die bessere Wahl.
- Regelmäßiges Drucken nahe 500 mm/s: Dann lohnt der Aufpreis zur Neptune 4 Pro (Metallschienen) — oder ein Blick auf unseren Vergleich der schnellsten 3D-Drucker.
- Große Bauteile: Der Basis-Neptune-4 ist mit 225 mm Kantenlänge kompakt — für mehr Platz bei ähnlicher Technik gibt es die Plus- und Max-Varianten mit bis zu 420 × 420 × 480 mm.
Fazit
Der Elegoo Neptune 4 ist 2026 einer der günstigsten Wege zu werkseitig vorinstalliertem Klipper und damit potenziell hohem Drucktempo — für rund 179 € ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis, solange du realistisch mit 150-250 mm/s statt der beworbenen 500-mm/s-Spitze planst. Willst du dieses Tempo tatsächlich regelmäßig ausreizen, ist die Neptune 4 Pro mit Metallführungsschienen für rund 30 € Aufpreis die konsequentere Wahl. Für einen bauraumgrößeren Einstieg zum ähnlichen Preis lohnt auch ein Blick auf unseren Vergleich der günstigsten 3D-Drucker.